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Vorupør dürfte der beliebteste
Ferienort in Thy sein. Wie die anderen, liegt er an einer langen
Hauptstraße aufgereiht, die sich durch das recht flache, sandige
Land zur Nordsee schlängelt. Zu beiden Seiten liegen Häuser und
Geschäfte in recht zufälliger Reihenfolge. Weiter von der
Hauptstraße entfernt liegen die Ferienhäuser. Noch weiter draußen
liegen die Dünen und Sdr. Vorupør, die kleine Schwester von Nr.
Vorupør. Noch weiter entfernt findet man die Küstenschutzwälder von
Torup und Stenbjerg.
Direkt am Strand verliert sich die Hauptstraße im Sand und mündet
in den Landungsplatz, von dem aus noch heute Küstenfischerei
betrieben wird. Nach der Arbeit werden die Boote im Windschutz der
Mole auf den Strand gezogen, die seit 1911 ein gutes Stück in die
Nordsee hinaus reicht. Es sind viele kleine Boote, aber auch einige
Fischkutter.
Die Fischerei in Sdr. und Nr. Vorupør hat eine lange Geschichte.
Aber erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh. kam sie wirklich in
Schwung. Eine der Schlüsselfiguren war Jens Munk-Poulsen, ein
Einheimischer, der Lehrer wurde und ein überzeugtes Mitglied der
Inneren Mission. Als er nach Vorupør zurückkam, ergriff er die
Initiativ zur Gründung der Fiskercompagniet, 1887, einer großen
Genossenschaft, in der die Mitglieder gemeinsam Boote, Werkzeug und
Ausrüstung usw. besaßen. Und in den ersten 30 Jahren war es eine
Aufnahmebedingung der Genossenschaft, Mitglied der Inneren Mission
zu sein und weder Alkohol noch Tabak zu genießen. Die Vorupør
Fiskeriforening wurde 1892 gegründet und war Vorreiter für den
Absatz von Fisch auf dem dänischen Markt und im Ausland – und
treibende Kraft bei der Lobbyarbeit zum Bau der Mole. Gemeinsam
machten die beiden Vereine Vorupør um 1900 herum zum größten
Fischerort der Westküste. Damals war Sdr. Vorupør noch größer als
Nr. Vorupør, aber der Bau der Mole verschob das Kräfteverhältnis.
Seither ging die Fischerei in Vorupør zurück. Während in Esbjerg,
Skagen, Hirtshals, Hvide Sande, Thorsminde, Thyborøn – und nicht
zuletzt Hanstholm, Häfen gebaut wurden, musste sich Vorupør mit
seiner Mole begnügen.
Der Tourismus begann in den 1960er Jahren – und ist inzwischen
groß und bedeutsam geworden. Aber es ist viel geschehen. Zu Anfang
wohnten die Feriengäste klaglos in kleinen, spartanischen Zimmern.
Heute sind möglichst komplett ausgestattete Fereinhäuser gefragt –
gern auch mit Whirlpool und Swimmingpool.
Die Rollen als Fischerdorf und Ferienort sind eng miteinander
verbunden. Die Boote am Strand waren stets eine der wesentlichsten
Attraktionen für die Feriengäste – und in den letzten Jahren ist der
Tourismus zur wesentlichsten Existenzberechtigung der
Strandfischerei geworden. Vorupør wäre ohne sie nicht dasselbe. |